Liebe Leserinnen und Leser unseres Kirchenblattes,

Jesus Christus spricht im Lukasevangelium 6,36 in einer großen öffentlichen Rede: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Barmherzig sein. Sein Herz öffnen. Als Christus dazu aufruft, steht er in einer Menge von Menschen. Sünder, Außenstehende und Randlose sind gekommen. Haben sich unter diese Masse gemengt, um ihm zuzuhören. „Denn von ihm ging eine Kraft aus.“ Vor rund 2000 Jahren forderte er dazu auf. 2000 Jahre alte Worte, die ihre Kraft nicht verloren haben. Sie klingen auch heute in uns auf. Wir lesen sie. Versuchen, sie zu fassen. Die Bedeutung ihres Inhalts zu hören. Doch was bedeutet es, barmherzig zu sein? In der Bibel lesen wir viel über die Barmherzigkeit als Eigenschaft Gottes. Und nun werden wir selbst dazu aufgerufen. Seid barmherzig! Ein Aufruf, der in unserer Welt immer mehr zu verhallen scheint. Barmherzigkeit. Ein Wort voller Bedeutung, das seinen Ort in dieser Welt jedoch scheinbar erst wiederfinden muss. Das fast schon zum Fremdwort geworden ist, so denke ich oft. Vielleicht geht es Ihnen da anders. Aber wie oft begegnen wir der Not in unserem Alltag? Wenn wir durch die Straßen laufen. Vielleicht auch im Freundes- oder Familienkreis. Und wie oft schauen wir hin? Nehmen wahr, wenn wir doch schon längst im Vorbeigehen sind? „Von dreien gehen zwei vorbei“, schreibt Lukas. Die Frage ist: Gehe auch ich vorbei? Oder bin ich gewillt, stehen zu bleiben? Nicht aus Mitleid, sondern weil ich bereit bin, mein Herz zu öffnen. Auch für die Not? Aus Mitleid handeln - das meint Christus nicht. Es geht ihm um mehr als Mitleid. Mitleid ist ein Gefühl. Gefühle können vergehen. Können müde werden. Jesus Christus ruft uns jedoch dazu auf, dass wir mit unserem Herzen sehen. Barm-herz-ig sind. Als ein Geschenk an meinen Nächsten. Barmherzigkeit verzichtet auf das Richten und Verurteilen. Sie verzichtet auf Schuldzuweisung. In ihr bin ich bereit, mich in vollkommener Selbstlosigkeit meinem Nächsten zu nähern. Ich nehme die Not wahr. Paulus schreibt: „Wir können nur barmherzig sein, weil wir selbst Barmherzigkeit erfahren haben.“ Das sollten wir uns immer vor Augen führen. Wir erfahren Gott jeden Morgen als jemanden, der seinen Segen in uns legt. Uns in Barmherzigkeit annimmt in seiner endlosen Liebe. Diese Liebe gipfelt in seiner Barmherzigkeit, die die Grundlage all seiner Handlungen bildet. Und die auch zu unserer Grundlage werden soll. Den Nächsten durch die Augen Gottes sehen. Barmherzig sein. Ohne sie verschwindet das Miteinander. Geht die Empathie verloren. Werte, die unsere Welt so sehr benötigt. Barmherzigkeit besteht in der praktizierten Liebe bis hin zu den Geringsten. Bis zu den Sündern und Randlosen. Dazu fordert uns auch Jesu Aufruf auf, der unsere Existenz in Gottes Liebe und Barmherzigkeit für unseren Nächsten auch seinen Nachfolgern zumutet. Jesus fordert von uns Vergebungsbereitschaft. Ein Handeln in Barmherzigkeit. Ein Aufruf, der uns in diesem Jahr Mut machen soll, unsere Herzen zu öffnen. Hinzuschauen. Versöhnung voranzutreiben. Unsere Perspektive zu verlassen. Schließlich gibt es auch andere Sichtweisen. Nur so kann die Liebe und Barmherzigkeit Gottes auch in und durch uns, an unseren Mitmenschen wirken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und gesundes Jahr 2021!
Ihre Vikarin Alexandra Harpers


Großlöbichau: 100 Jahre Glockengeläut
„Am 30.01.1921 fand zur Weihe der 3 neuen Stahl-Glocken ein Gottesdienst statt.“
So steht es in der Kirchenchronik. Die Vorgängerglocken aus Bronze waren zu Kriegszwecken im 1. Weltkrieg eingeschmolzen worden. Die jetzigen Glocken läuten nun seit 100 Jahren vom Dach der St.-Bartholomäus-Kirche!

Der Besuchsdienstkreis ist weiterhin aktiv. Absprachen am 16.03., 17.30 Uhr über Gisela Guthke (Tel: 03641/444764)


Spendenaufruf und Spendendank
Wenn Sie unsere Gemeinden mit Spenden unterstützen möchten, hier die Bankverbindungen:

Seelsorgebezirk Gembdental / GZ Albert Schweitzer
Wir bedanken uns ganz herzlich! Durch die große Spendenbereitschaft konnte die Fassadensanierung des Gemeindezentrums „Albert Schweitzer“ auch mit zusätzlichen Kosten (Fassaden-Bild und Aufarbeitung der Fenster) erfolgreich abgeschlossen werden. Erfreulicherweise unterstützte auch der Kirchbauverein Jena e.V. das Vorhaben mit 6000 €.
IBAN: DE 50 830 530 30 0000 064602 | BIC: HELADEF1JEN

Kirchgemeinde Jenaprießnitz | IBAN: DE 53 520 604 1000 0802 0175
Kirchgemeinde Großlöbichau | IBAN: DE 75 520 604 1000 0802 0167

KGV Am Gleisberg/Beutnitz
Der Kirchturmstumpf der St.-Katharina-Kirche in Jenalöbnitz wird saniert. Dadurch soll der Chorraum wieder nutzbar werden. Dafür bittet die Kirchengemeinde um Spenden. Wir freuen uns über jeden noch so kleinen Beitrag. Gern stellt Ihnen das Pfarramt eine Spendenquittung aus. Kennwort: St.-Katharina-Kirche – Jenalöbnitz
IBAN: DE 51 5206 0410 0008 0050 79